DER KLANG DES SAMBA
Lernen Sie die Bateria kennen: Die Instrumente hinter jedem Samba-Rhythmus
Eine Samba-Bateria ist nicht nur eine Trommel – sie ist eine ganze Familie von Schlaginstrumenten, von denen jedes eine eigene Aufgabe übernimmt. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim nächsten Mal achten sollten, wenn Sie eine hören.
Rio Samba Night-Termine auf GetYourGuide ansehen ↗Der Surdo trägt den Herzschlag.
Der Surdo ist die große Basstrommel, die das Fundament einer Bateria bildet – der tiefe, gleichmäßige Puls, den man nicht nur hört, sondern spürt. Eine vollständige Bateria schichtet in der Regel zwei oder drei Surdo-Stimmen in unterschiedlichen Tonlagen: eine hält den Grundschlag, eine andere antwortet darauf, eine dritte setzt synkopierte Akzente. Zusammen fungieren sie fast wie eine Basslinie, an der sich jedes andere Instrument der Sektion orientieren kann. Wenn man in einer Samba-Aufnahme alles andere entfernt, ist das Surdo-Muster meist auch für sich genommen unverkennbar als „Samba“ erkennbar – so zentral ist es für die Identität des Genres.
Die Cuíca lacht und knurrt
Die Cuíca ist eines der markantesten und ungewöhnlichsten Instrumente des Samba – eine Reibtrommel, die gespielt wird, indem man von innen einen dünnen Stab gegen die Unterseite des Trommelfells reibt, wodurch ein seltsames, fast stimmhaftes Quietschen oder Knurren entsteht, das oft wie ein Lachen beschrieben wird. Vom Klangvolumen her ist sie ein relativ kleiner Teil des gesamten Bateria-Sounds, doch sie bleibt überproportional im Gedächtnis – und ist meist das Instrument, nach dem Ersthörer fragen, sobald sie es durch die übrige Perkussion hindurchstechen hören. Geübte Cuíca-Spieler können Tonhöhe und Rhythmus so variieren, dass die Trommel fast klingt, als würde sie sprechen.
Tamborim, Agogô und Pandeiro erfüllen das obere Ende
Über dem tiefen Puls der Surdo liegen mehrere kleinere, höher gestimmte Instrumente, die einer Bateria ihren charakteristischen Klang und ihre treibende Energie verleihen. Das Tamborim ist eine kleine Rahmentrommel, die mit einem Schlägel statt mit der Hand gespielt wird; die Agogô besteht aus zwei oder mehr gestimmten Metallglocken, die mit einem Stock angeschlagen werden und einen hellen, klingenden Akzent setzen; das Pandeiro – dem Tamburin ähnlich – verbindet ein Fell mit Schellen für einen runderen, vielseitigeren Klang. Zusammen mit der Surdo als Fundament erzeugen diese Instrumente die dichte, vielschichtige Textur einer Bateria – weit entfernt von einem einfachen, flachen Beat.
Cavaquinho und Violão tragen die Melodie
Nicht alles in einem Samba-Ensemble ist Percussion. Die Cavaquinho – ein kleines, viersaitiges Instrument portugiesischen Ursprungs – und der Violão (akustische Gitarre) stehen neben der Bateria und bilden das harmonische und melodische Rückgrat, an dem sich Sänger und Tänzer orientieren. Besonders die Cavaquinho hat ihren eigenen hellen, perkussiven Anschlag, was ein Grund dafür ist, dass sie sich so natürlich in ein schlagzeuglastiges Ensemble einfügt, statt darin unterzugehen. Zusammen mit dem Puls der Surdo ist das Akkordmuster der Cavaquinho eines der beiden Elemente, an denen sich die meisten Hörer unbewusst festhalten, wenn sie sagen, dass ein Musikstück „nach Samba klingt“.
Eine Parade-Bateria vs. eine Show-Bateria
Eine komplette Karnevals-Bateria einer erstklassigen Samba-Schule kann aus mehreren hundert Trommlern bestehen und allein einen ganzen Abschnitt der Paradestraße mit Klang erfüllen. Eine folkloristische Theatershow für Besucher arbeitet in einer völlig anderen Größenordnung – eine kompakte Bateria und eine kleine Band, zugeschnitten auf eine Bühne im Innenraum, nicht auf eine offene Prachtstraße. Das ist keine minderwertige Version des Originals, sondern ein anderes Format für einen anderen Raum: Eine inszenierte Show kann dich den Trommlern trotzdem näher bringen als jede Parade – selbst mit deutlich weniger Musikern vor Ort.